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Die Maschine
sieht aus wie
ein hungriges Insekt. Wobei
in seinen Rachen keine
Maden verschwinden,
sondern schlichte Pferde-
äpfel.
Zweck des "Trafalgar
Paddock Cleaner": Mit dem
2,50 Meter langen Saug- schlauch soll er auf mistigen Paddocks
und veräpfelten Koppeln aufräumen. Und
zwar so elegant, dass die
Arbeit nicht mehr schlaucht.
Das Prinzip ist bekannt vom Laub- und Müllsauger. Ein
Motor - beim Cleaner ein Zweitakter des japanischen Herstellers
Kawasaki -
erzeugt die nötige
Saugleistung. Über einen geriffelten Kunststoffschlauch mit
einem Durchmesser von knapp 15 Zentimetern wird
der Mist angesaugt und in
den Auffangbehälter
befördert.
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Dort sorgt ein
Sieb dafür,
dass die angesaugte Luft entweichen kann, der Inhalt
jedoch im Behälter bleibt. Der gesammelte Pferdemist kann
später aus dem Behälter
gekippt werden. Im Prinzip unterscheidet sich der
Cleaner also nicht von
anderen Saugern. Die
Unterschiede liegen im Detail.
Im einwöchigen Praxistest auf
dem Pferdehof von Hans
Martin Deuschle in Köngen,
nahe Stuttgart (Tel. 0172-
6451400) sollte der Cleaner
seine Fähigkeiten beweisen.
Keine leichte Aufgabe in
einem Stall mit rund 60
Pferden, von denen etwa 50
in einem großzügigen
Offenstall stehen, gemeinsam
auf eine der etwa 2,5 Hektar
großen Koppeln kommen und
dort sofort alles veräppeln.
Für den Test standen drei
Varianten des Cleaners
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(Vertrieb bei Rampelmann &
Spliethoff, Greffener Straße
11, 48361 Beelen, Tel. 02586-
93040) zur Verfügung.
Variante 1: Der Sauger wird
per Hand gezogen. Variante 2:
Der Sauger sitzt auf der
elektrischen Karre "Multi-
Caddy" und lässt sich fahren
und steuern. Nr.3, die
komfortabelste: Der Sauger
ist auf einem "Compact
Gator", quasi einem Mini-
traktor, von John Deere
montiert.
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Das schlaucht nicht: 360 Liter passen
in den Mistbehälter.
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Der Gator, mit einem
kräftigen 10-PS-Viertakt-Motor ausgerüstet, ist mit einer vorderen
Spurweite von 98 Zentimetern und einem Radstand von 1,66 Metern extrem
wendig und fährt somit mühelos in jede Koppelecke.
Mühelos ist auch die Arbeit. Die Saugleistung
des 3,7 PS starken Zweitakters ist enorm: Wird das
Schlauch Mundstück unmittelbar
vor einem Äpfelhaufen gehalten, verschwindet der Haufen - flutsch!
- im Sauger. Nachsaugen ist
selbst im 20 Zentimeter langen
Gras nicht nötig.
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Bequemer wäre es freilich,
wenn der Schlauch vom
Fahrzeug aus bedient werden
könnte. Die nötige Schlauch-
führung soll demnächst zur Ausstattung gehören.
Trotzdem geht die Arbeit
deutlich schneller als beim
herkömmlichen Misten mit
Karren und Mistboy. Für die
Testkoppel, auf der 53 Pferde
knapp drei Stunden gegrast hatten, brauchten die Tester 1 Stunde, 10
Minuten. Dann
war die Koppel komplett abgeäpfelt, der 360-Liter Tank des Cleaners
nahezu gefüllt.
Zum Vergleich:
Konventionelles Abäpfeln
dauert rund eine halbe
Stunde länger, funktioniert nie
so gründlich und verursacht
die bekannten Kreuz- schmerzen. Allerdings hat die Arbeitserleichterung
ihren
Preis: 2308,40 Euro kostet
diese Cleaner-Variante. Dazu käme der Preis für ein Zugfahrzeug
wie den Gator mit 5950 Euro.
Als störend erwies sich an diesem Gerät lediglich das
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Dröhnen des Zweitakters
bei
voller Saugleistung. Auch
treffen die Abgase des Motors direkt auf den Fahrer - eine Abgasführung
wäre hier
sinnvoll und wird, so
verspricht Inhaber Paul
Spliethoff, bei den nächsten Modellen eingebaut.
Etwas weniger Spaß hatten
die Tester mit der zweiten Variante. Hier war der Sauger
auf einem Elektro-Caddy
montiert (siehe Foto mit den
drei Anbaumöglichkeiten,
rechts). Er wird über einen robusten Elektromotor
angetrieben (Spannung: 24 V, Leistung: 570 W, maximale Steigung: 40 Prozent).
Denn hier muss man neben
dem Caddy herlaufen -
Fahrspaß null. Immerhin
entdeckt man Apfelhaufen
selbst in hohem Gras leichter
als von der Maschine
herunter. Die Saugleistung ist praktisch identisch, der Preis ebenfalls.
Für den Caddy verlangt Rampelmann & Spliethoff zusätzlich
3200 Euro. Wer es billiger haben möchte,
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kauft den handgeführten
Sauger für 2308,40 Euro
(siehe Foto mit drei Anbaumöglichkeiten, Mitte)
und spart sich die Ausgabe
für ein zusätzliches Gerät.
Allerdings ist das Gerät mit
vollem 360-Liter-Tank nur mit enormer Muskelkraft zu
ziehen. Ein Zugfahrzeug,
etwa ein Quad, ist also
notwendig.
Fazit: Alle drei Sauger-
Modelle erleichtern die
Koppelpflege enorm und
sparen Zeit. Bezahlt machen
sich die Geräte vor allem in
Ställen ab 20 Pferden. Der
Vorteil dank drastisch
verringerten Wurmbesatzes
der Weiden ist in Geld gar
nicht zu messen.
"In Großbritannien, wo der
Cleaner entwickelt wurde,
wurden in vier Jahren über
400 Geräte verkauft", sagt
Spliethoff. In Deutschland
könnte sich das emsige
Insekt ebenso schnell
durchsetzen. Arbeitszeit ist
teuer, die Pferde-Gesundheit kostbar.
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